für unsere Partnerschaft, unsere Ehe etwas tun.
Die Freude am gemeinsamen Leben verschwindet durch Ärgernisse, die zunächst wie Kleinigkeiten, Alltagskram aussehen, aber doch ein Gefühl hinterlassen, das sich eingräbt: Ich fühle mich unverstanden. Immer wieder dasselbe und keine Auswege in Sicht. Muss ich mich damit abfinden? Kann ich selber etwas dagegen tun?
Wie es dir geht, so fühlen sich viele Frauen in deiner Situation. Ich bin therapeutische Seelsorgerin und an deiner Seite suche ich nach neuen Gleisen, um die alten zu verlassen. Eure Beziehung ist keine Einbahnstraße und wer zuerst mit Veränderungen anfängt, macht auch die ersten guten Erfahrungen. Deinem Partner brennen deine Fragen nicht unter den Nägeln? Oft geben Frauen den Anstoß, etwas für die bessere Partnerschaft zu tun. Hier sind meine Tipps für dich:
Du sagst: "Ich kann doch nicht alles hinnehmen; meine Entscheidungen sind doch auch wichtig." Ja, aber höre erst mal hin und akzeptiere ihn, frage nach, warum er so entschieden hat. Ansonsten fühlt er sich ungeliebt, weil du ihm nicht vertraust. Durch dein Nachfragen kann er mit dir zusammen überlegen, ob er bei seiner Entscheidung bleibt. Seine Ehre ist ihm wichtig.
In vielen Büchern ist zu lesen, dass dein Partner andere Bedürfnisse hat als du. Er möchte seine Sexualität spontan mit dir ausleben, seine Sportaktivitäten pflegen, seine Bestätigung finden, und du sagst so oft NEIN. Schon die Einsicht in die Tatsache, dass ihr eben verschieden seid, entspannt dein Verhältnis zu ihm sichtlich. Er äußert seine Bedürfnisse, nicht um dich zu ärgern, sondern weil er sie hat. Ein gutes Buch dazu heißt: "Männer sind anders, Frauen auch".
"Du behandelst mich wie dein Kind!" In der Beratung klagen Männer darüber, dass ihre Frauen sie korrigieren, ihr Verhalten kritisieren und sie nicht als Erwachsene behandeln, vielmehr Kontrolle ausüben und ihnen so das Gefühl vermitteln, "falsch" zu sein. Indem sie ihm ihre negativen Gefühle mitteilt, will sie ihn strafen oder manipulieren. Versuche eher, liebe Leserin, deinen Partner als gleichberechtigt zu sehen. "Ich sehe, du verhältst dich so. Du hast dafür deine Gründe." Durch deine Haltung wird sich viel leichter ein Gespräch entwickeln über Verhalten, das Ärger verursacht.
"Das tue ich doch!" Wie schön! Kommt seine Klage aber, dass du ihn nicht anerkennst und alles für dich anscheinend selbstverständlich ist, dann hat er das Gefühl, du schätzt seine Beiträge nicht, sie sind normal und du liebst ihn nicht. Vielleicht hast du es ihm schon lange nicht mehr gesagt, dass du froh bist über seine Bemühungen? Deine Anerkennung tut ihm gut. Er wird sich sonst leicht zurückziehen und zu einem Gespräch nicht bereit sein, denn über seine verletzten Gefühle spricht er nicht so gerne. Du wirst feststellen, dass du oft ein Lob denkst, es aber nicht aussprichst. Dazu will ich dich ermutigen.
Susanne Schwanfelder
Praxis für
Psychotherapie und Seelsorge. Waldstr. 9, 90567 Obermichelbach,Tel. 0911/7658719,
FAX 7658718,
E-MAIL Susanne.Schwanfelder[at]t-online.de
Super, dass ich dein Auge und dein Ohr bekommen habe. Ich bin therapeutischer Seelsorger und freue mich, dir im Vertrauen sagen zu können, was deine Frau an dir vermisst. Sollte ich völlig daneben liegen, dann gehört dir ein dickes Lob: Du bist eine Ausnahme (jedenfalls nach dem Urteil der Frauen, die ich in der Beratung höre)! Also hier meine
1. Höre auf deine Frau!
Das ist ja eigentlich das Normale - oder? Wenn du es sonst nicht praktizierst, dann auf jeden Fall, wenn sie von eurer Beziehung spricht. Die Frauen haben im Allgemeinen dafür den besseren Sensor - oder weißt du es z.B. immer vor deiner Frau, wer auf wen ein Auge geworfen hat? Bei mir sitzen häufig Frauen in der Beratung, die ihrer Beziehung kaum mehr eine Chance geben, und ihre Männer meinen, es sei doch alles nicht so schlimm, es gehe (ihnen) doch ganz gut! Es hat sich gezeigt: Wenn die Frau verstummt, gibt es in der Regel kaum mehr eine Chance für die Beziehung.
2. Achte ihre Gefühle
Nimm ihre Gefühle ernst! Diskutiere sie nicht weg! Diese sind effektiv da, egal ob es dir recht ist oder nicht. Lass sie wenigstens stehen. Du kannst deine Sicht daneben stellen - aber nicht als die "eigentlich richtige". Wenn du das Gefühl deiner Partnerin in Frage stellst, stellst du ihre Person in Frage. Du bezweifelst ihre Glaubwürdigkeit, ihre Wahrnehmungsfähigkeit, ihre Normalität. ("Ich glaube, mit deinem Gefühl stimmt was nicht!" Zitat: Loriot). Wer würde sich da nicht missachtet oder verkannt fühlen?
3. Höre deiner Frau zu!
Du sagst: "Das tue ich!" Dann bist du eine große Ausnahme. Fast alle Frauen, die mich wegen eines Paarproblems aufsuchen, klagen darüber, dass sie mit ihrem Mann nicht gut sprechen können; mit jeder guten Bekannten würde das besser klappen. Nach meiner Beobachtung sträuben wir Männer uns, uns auf die Probleme der Frau wirklich einzulassen, d.h. sie mit zu erdulden. Die meisten von uns beginnen sofort mit der Suche nach Lösungen, wenn ihnen ein Problem vorgetragen wird. Frau: "Ich hatte heute Ärger mit unserem Jüngsten - er hat ewig mit den Hausaufgaben herumgetrödelt. Das macht mich ganz fertig!" Mann: "Da musst du einfach ...!" Oder "Ich habe dir doch schon ein paar Mal gesagt: .......!" "Warum kommst du immer wieder mit dem gleichen Problem? Ich würde ....!"
Das Resultat aus solchen Gesprächen ist Frust und Verärgerung auf beiden Seiten. Sie: "Warum nimmt er mich nicht ernst?" Er: "Warum nervt sie mich mit ihren Problemen, wenn sie gar keine Lösung annehmen möchte?"
Besser: Versuche, dem Gefühl deiner Frau nachzuspüren und zeige, dass du es ernst nimmst: "Ich merke, du bist ganz fertig!" - Solches Verhalten entspricht meiner Meinung auch der Aufforderung des Apostels Paulus im Brief an die Galater (6,2): "Einer trage des anderen Last".
4. Höre auf ihre Wünsche
Viele Frauen würden gerne etwas zur Verbesserung der Paarbeziehung tun. Beispielsweise ein entsprechendes Seminar besuchen oder Fachberatung in Anspruch nehmen. Das scheint für manche Männer ehrenrührig zu sein: "Ich kann meine Probleme doch wohl allein lösen!" "Auf die Tipps komme ich doch alleine!" Andere haben eher Angst vor irgendwelchen schlimmen Gefühlen, die dabei auftauchen könnten, oder vor einer Blamage im Kreis der anderen Teilnehmer. Oft werden diese Angebote erst in Anspruch genommen, wenn "das Kind schon in den Brunnen gefallen ist" - dann ist es in der Regel aber zu spät. Überlege, wie viel Kraft, Zeit und Geld du z.B. in den Computer, deine Fortbildung, dein Hobby investierst - und wie viel in deine wichtigste Beziehung? Übrigens: Es ist noch kein Könner vom Himmel gefallen - und eine Partnerschaft glücklich zu gestalten, ist eine hohe Kunst.
Im Raum der Kirche gibt es viele gute und erschwingliche Seminarangebote: Frage deinen Pfarrer!
Jörg-Michael Betz
Praxis für
Psychotherapie und Seelsorge, Asternstr. 24, 90617 Puschendorf,Tel. 09101-7624
Mail: office[at]jmbetz.de Internet: www.jmbetz.de